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Thrombosestrümpfe (Thromboseprophylaxestrümpfe)

 

 

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapierung bei Venenerkrankungen werden spezielle Verbände und Kompressionsstrümpfe verwendet. Dabei werden je nach Stärkegrad der Erkrankung bzw. zur entsprechenden Prophylaxe unterschiedliche Strümpfe entweder zur Kompression, zur Verbesserung des Stützeffektes oder einfach nur zur Förderung der Durchblutung getragen.

Während Venenerkrankte tatsächlich medizinische Kompressionsstrümpfe tragen müssen, erhalten bettlägerige und frisch operierte Patienten sogenannte Thromboseprophylaxestrümpfe (auch bekannt unter Thrombosestrümpfe oder Anti-Thrombosestrümpfe), die jedoch nur im Liegen getragen werden dürfen. Wer bei längeren Flug- oder Busreisen einer Thrombose vorbeugen möchte, der kann sich einen sogenannten Reisestrumpf besorgen. Dieser hat keine medizinische Indikation, sondern lediglich einen stützenden Effekt auf die Blutgefäße.

 

Wirkweise von den sog. Anti-Thrombosestrümpfen

Ähnlich wie bei medizinisch wirkenden Kompressionsstrümpfen wird auch bei Thromboseprophylaxestrümpfen ein mechanischer Druck von außen auf die Venen erzeugt, wodurch sich der Venendurchmesser verkleinert. Damit fließt das Blut schneller zum Herzen zurück. Der Druck verläuft dabei entlang des Beines durchaus kontrolliert und nimmt von unten nach oben hin ab. Dies bedeutet, dass die Kompression an der Fessel am stärksten ist und nach oben hin kontinuierlich weniger wird.

 

Anwendung der Thromboseprophylaxestrümpfe

Thromboseprophylaxestrümpfe werden nur in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen verwendet, da sie wie bereits erläutert nur im Liegen getragen werden dürfen. Für den alltäglichen Gebrauch sind sie nicht gedacht. Um einer Thrombose vorzubeugen, sollten die Patienten die Strümpfe allerdings rund um die Uhr tragen. Das bedeutet, dass zu einer optimalen Prophylaxe der Strumpf auch nachts im Krankenhaus getragen werden muss, da man sich gerade dann weniger bewegt und sich damit der Blutfluss verlangsamt. Dauerhaft Thromboseprophylaxestrümpfe zu tragen macht keinen Sinn, da der stützende Wirkeffekt beim Gehen oder Stehen nicht gegeben ist.

 

Wie lange müssen Thrombosestrümpfe getragen werden?

Thrombose- oder Kompressionsstrümpfe sind dafür da, eine Thrombose zu verhindern. Sie sollen vor allem dann schützen, wenn die Beine nicht viel oder einseitig bewegt werden. Die Beinvenen also unter besonderem Stress stehen (wie langes Sitzen oder Stehen). Denn hierbei ist die Thrombosegefahr am Größten. Grundsätzlich wird empfohlen, die Strümpfe für die verordnete Dauer tagsüber kontinuierlich (mindestens 8 Stunden am Tag) zu tragen. In der Nacht ist das Tragen der Kompressionsstrümpfe in der Regel nicht notwendig.

Thrombose- oder Kompressionsstrümpfe müssen nicht nur nach einer Thrombose getragen werden, sondern auch nach anderen Erkrankungen der Beinvenen oder Operationen. So richtet sich die Tragedauer immer nach der zugrunde liegenden Erkrankung:

  • Nach einer Thrombose – mindestens 3 Monate (vielleicht auch länger, immer abhängig vom Verlauf der Rückbildung)
  • Nach einer Venenentzündung – mindestens 2 Wochen (mitunter auch länger, je nach Verlauf der Rückbildung)
  • Nach einer Krampfaderoperation – 6 Wochen
  • Bei Lymphödem, Ulcus cruris (auch als „offenes Bein“ bezeichnet, Unterschenkelgeschwür) sowie bei einem schweren postthrombotischen Syndrom – in der Regel eine lebenslange Therapie mit Thrombose- bzw. Kompressionsstrümpfen
  • Nach Sklerosierung/Verödung von Besenreisern oder Krampfadern – während der Behandlungszeit (vom ersten bis zum letzten Termin) und weitere 1 bis 3 Wochen danach

 

Grundsätzlich sind diese Angaben nur Richtwerte und lassen sich nicht für alle Betroffenen pauschalisieren. Deshalb sollten Sie immer die Tragezeit mit Ihrem Arzt abklären.

 

Thrombosestrümpfe richtig anziehen

Zum reibungslosen Anziehen braucht es nicht nur die richtige Technik, es ist auch hilfreich, wenn das Bein komplett trocken und nicht eingecremt ist. Einige Modelle von Thrombosestrümpfen können sogar im Liegen angezogen werden. In jedem Fall helfen praktische Anziehhilfen aus der Apotheke. Grundsätzlich funktioniert es so, dass man das Fußteil über die Anziehhilfe streift und bei optimalem Sitz der Ferse den Strumpf in Etappen, aber gleichmäßig über die Wade bis nach oben zieht.

 

Atmungsaktives Material

Der normale Kompressionsstrumpf ist aus dünnem, atmungsaktivem Material und hat meist eine antibakterielle Fußspitze, die den Zehen ausreichend Spielraum bietet. Wer sich für Strümpfe entscheidet, sollte ein Modell wählen, dass an der Innenseite feine Silikonnoppen aufweist, denn so ist ein rutsch- und faltenfreier Sitz am Bein gewährleistet. Zur Vorbeugung der Reisethrombose gibt es spezielle Modelle von Thrombosestrümpfen, die in fünf Größen, zwei Längen und einer breiten Farbpalette im Fachhandel erhältlich sind. Da hier rund um die Fessel die Kompression am stärksten wirken muss, sollte die Größe entsprechend dieses Maßes gewählt werden.

 

Thrombosestrümpfe kaufen

Stütz- und Kompressionsstrümpfe sind im orthopädischen Fachhandel, Sanitätshaus sowie in jeder Apotheke zu einem Preis zwischen 20€ bis 40€ erhältlich. Diese werden angepasst und speziell für den Betroffenen angefertigt. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr. Allerdings nur, wenn diese zuvor von einem Arzt per Rezept verschrieben wurden.

 

Reisestrümpfe und Stützstrümpfe

Reisestrümpfe oder Stützstrümpfe verfügen über eine gewisse Stützfunktion bzw. einen Kompressionseffekt und werden vorbeugend angewendet, um die Durchblutung in den Beinen zu fördern:

  • auf längeren Busreisen oder Autofahrten
  • im Flugzeug
  • während der Schwangerschaft
  • bei dauerhaft sitzenden oder stehenden Tätigkeiten

 

Welche Größe bei Thrombosestrümpfen?

Hierbei muss man erst einmal die Art der Strümpfe unterscheiden. Bei Thromboseprophylaxestrümpfen (auch bekannt unter Thrombosestrümpfe oder Anti-Thrombosestrümpfe), welche in Krankenhäusern zum Einsatz kommen, gibt es nur verschiedene Standardgrößen. Das Klinikpersonal entscheidet dann, welche Größe notwendig ist. Handelt es sich um Kompressionsstrümpfe, werden diese in der Regel vom Arzt per Rezept verschrieben und in der Apotheke oder im Sanitätshaus direkt für den Betroffenen maßangefertigt. Demnach spielt hier die Größe für Thrombosegefährdeten keine große Rolle, denn diese wird äußerst genau vom Apotheker oder medizinischen Fachpersonal ermittelt.

Bei Stützstrümpfen und Reisestrümpfen sollte man allerdings seine Größe bzw. die benötigte Denier-Einheit wissen, da diese Art von Strümpfen normalerweise selbst gekauft werden müssen.

 

Wichtige Maßeinheiten zum Ermitteln der Größe von Stützstrümpfen

Grundsätzlich sind Stützstrümpfe in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Sie unterschieden sich z. B. in Druckeinheit der Kompression, Kompressionsklasse, cB-Wert (Umfang der schmalsten Stelle des Fußgelenks), sowie hinsichtlich ihrer Längen und Farben. Nur ganz einfache Stützstrümpfe mit einer sehr milden Kompression werden in normalen Schuhgrößen angeboten und danach auch ausgesucht. Bei allen anderen Stützstrümpfen müssen einige Angaben zur Wahl der Größe berücksichtig werden. Leider verwenden die verschieden Hersteller zum Teil auch noch unterschiedliche Maßtabellen, weshalb die Strümpfe jeweils anders ausfallen können.

 

Druckeinheit der Kompression

Diese wird üblicherweise in den (= Denier) oder mmHg angegeben. Denier ist die Maßeinheit für die Garnstärke bzw. Garnfeinheit, das heißt also je höher die den-Einheit ist, desto dicker und dichter ist der Stützstrumpf und desto stärker die Kompression. Gleiches gilt für die mmHg-Druckeinheit. Bei Stützstrümpfen wird zwischen drei verschieden den-Einheiten unterschieden:

  • 70 den = leicht
  • 140 den = medium
  • 280 den = intensiv

 

Kompressionsklasse

Stütz- und Kompressionsstrümpfe werden je nach Schweregrad in vier verschiedene Klassen unterteilt. Welche Klasse benötigt wird, ist abhängig von der Art der Venenerkrankung.

  • Klasse I (CCL 1) = bei leichteren Venenleiden
  • Klasse II (CCL 2) = bei Krampfadern
  • Klasse III (CCL 3) = bei chronischer Venenschwäche
  • Klasse IV (CCL 4) = bei stark ausgeprägten Beschwerden und Lymphödemen

 

Zudem erfolgt die Unterteilung der Kompressionsklassen zusätzlich noch in unterschiedliche Druckeinheiten:

Kompressionsklasse (CCL)Kompression in mmHGKompression in KPa
CCL 1 (mäßige Kompression)18 - 212,4 - 2,8
CCL 2 (mittelkräftige Komp.)23 - 323,1 - 4,3
CCL 3 (kräftige Komp.)34 - 464,5 - 6,1
CCL 4 (extrakräftige Komp.)mindestens 49mindestens 6,5

 

cB-Wert

Der cB-Wert gibt den Umfang der schmalsten Stelle des Fußgelenks/Knöchels wieder. Die Tabelle des cB-Wert sowie der dazugehörigen anderen relevanten Messwerte befindet sich normalerweise immer auf der Rückseite der Verpackung der Strümpfe. Mit Hilfe der gemessenen Werte kann dann die richtige Größe aus der Tabelle abgelesen werden.

 

Die verschiedenen Strumpflängen

Auch von der Länge her werden unterschiedliche Stütz- und Kompressionsstrümpfe angeboten. Alle aufgezählten Varianten sind in der Regel mit offenem oder geschlossenem Fuß erhältlich.

  • Kniestrumpf (Wadenstrumpf)
  • Halbschenkelstrumpf
  • Schenkelstrumpf
  • Strumpfhose normal
  • Strumpfhose mit Slipleibteil
  • Strumpfhose mit extraweitem Leibteil (Umstandshose)

 

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